
Der Wiener Hirnforscher und Psychiater Raphael M. Bonelli. Foto: rpp-institut.org
Wien (idea) – Religion fördert die Gesundheit; sie könnte sogar als Medizin angesehen werden. Diese Ansicht vertritt der Wiener Hirnforscher und Psychiater Raphael M. Bonelli. In einer Studie hat er zusammen mit Wissenschaftlern der US-amerikanischen Duke-Universität (Durham/Bundesstaat Nord Carolina) alle Untersuchungen zu Religiosität und psychischer Gesundheit verglichen, die seit 1990 weltweit in maßgeblichen psychiatrischen und neurologischen Fachzeitschriften publiziert wurden. Das Ergebnis: 72 Prozent der Studien weisen nach, dass die psychische Gesundheit mit zunehmendem geistlichen Engagement steigt. „Depression, Suchtkrankheiten und auch Suizid treten bei religiösen Menschen eindeutig seltener auf als bei Atheisten", erläuterte Bonelli in einem Gespräch mit der österreichischen Nachrichtenagentur kathpress. Vor allem bei Sucht, Depression und Selbsttötung seien die Hinweise auf einen Schutz durch Religiosität äußerst stark.
Zehn Gebote fördern gesundes Verhalten
In Einzelstudien waren Anhänger verschiedener Weltreligionen befragt worden; Atheisten bildeten die Kontrollgruppe. Die Ursache für die gesundheitsfördernde Wirkung von Religion ist laut Bonelli unklar. Zu vermuten sei, dass die Ausrichtung auf ein höheres Wesen dem Menschen helfe, sich nicht nur um sich selbst zu drehen. Auch Anleitungen für ein gesundes Verhalten – etwa die biblischen Zehn Gebote – seien dazu zu rechnen. Doch könne der Schutz durch Religion niemals vollkommen sein. Immer wieder würden auch religiöse Menschen psychisch krank oder nähmen sich das Leben. Therapeuten könnten aber religiösen Glauben nutzen. Verordnen dürfe man Religiosität freilich nicht, weil die medizinische Ethik eine solche Intervention verbiete.
Wo Sigmund Freud irrte
Bonelli ist Dozent an der Wiener Sigmund-Freud-Universität. Er leitet zudem das „Institut für Religiosität in Psychiatrie und Psychotherapie". Die Aussage des Begründers der Psychoanalyse, Sigmund Freud (1856-1939), dass Religion eine „kollektive Zwangsneurose" sei, hält Bonelli für überholt. Freud scheine im Blick auf Religion von antireligiösen Vorurteilen gesteuert gewesen zu sein.
(aus: idea.de 3.4.2013)
Haben wir aus dem 2. Weltkrieg gelernt?
Ich habe erlebt, was der Dreiteiler im ZDF „Unsere Mütter, unsere Väter“ zeigte.
Ich kämpfte bis Kriegsende an der Ostfront.
Prof. Werner Stroh (86, Gießen) war Krankenhauspfarrer am Universitätsklinikum Gießen und hat sich als Medizinethiker zu Themen wie Sterbehilfe einen Namen gemacht.
Liebe Leserin, lieber Leser,
im Schnitt 7 Millionen haben den Dreiteiler „Unsere Mütter, unsere Väter“ im ZDF gesehen. Sie wurden mit Ereignissen aus dem Zweiten Weltkrieg konfrontiert, die aus Grausamkeiten und Schrecken, Mord und Totschlag bestanden. Sie zeigten, wozu Menschen aus allen Völkern fähig waren und bis heute fähig sind. 1939 wurde unter dem Deckmantel von Parolen wie Ehre, Vaterland, Treue ein Krieg vom Zaun gebrochen, der die halbe Welt in Flammen gesetzt hat. Über 50 Millionen Soldaten und Zivilisten verloren ihr Leben für nichts und wieder nichts.
Ich war mit 17 an der Ostfront dabei
Der Dreiteiler zeigte in einzelnen Facetten grausame Einzelheiten der Kriegsführung und furchtbare Schicksale. Dies haben Millionen Kriegsteilnehmer erlebt, die bei der kämpfenden Truppe waren oder im Bombenkrieg litten. Noch heute sind mir die Schicksale von verwundeten Soldaten gegenwärtig, die Arm bzw. Bein verloren haben oder blutüberströmt in den Schützengräben und Granattrichtern starben. Ich selbst war mit 17 (!) bis Kriegsende bei der kämpfenden Truppe an der Ostfront, wurde mehrfach verwundet und leide noch heute an den Folgen von Kopf- und Armverletzungen. Von Zeit zu Zeit steigen die Erinnerungen an die schweren Kämpfe wieder auf, als wir auf die entgegenkommenden „Feinde“ geschossen haben, um sie zumindest kampfunfähig zu machen. Der Tod war ständig gegenwärtig. Hatten wir in der Schule nicht gelernt: „Süß und ehrenvoll ist es, für das Vaterland zu sterben“? Wie sehr hatten wir uns an den Tod gewöhnt!
Wie kam es überhaupt zum Krieg?
Warum haben wir „Überlebenden“ so wenig darüber gesprochen? So wird verschiedentlich gefragt. Doch wären wir nicht missverstanden worden? Wie hätten uns die verstehen können, die nicht dabei waren? Wie kam es denn überhaupt zu diesen Schrecken des Krieges? Es gab in unserer Jugend kein Fernsehen. Nur wenige besaßen ein Radio. Das Internet war nicht erfunden, nicht einmal der Begriff existierte. Die Presse war gleichgeschaltet, und in den Schulen lernten wir auch nur Heldisches von der Größe Deutschlands und seiner besonderen „Sendung“. Eltern schwiegen oft aus Angst vor ihren Kindern. Sie hätten ja ihre wahre Gesinnung verraten können.
Viele kamen nach dem Krieg zerschossen oder schwer verletzt nach Hause. Mit dem 8. Mai 1945 war der Krieg offiziell zu Ende. Über 11 Millionen deutsche Soldaten gerieten in Kriegsgefangenschaft. Zu wenige kehrten heim, viele fanden den Tod in fremder Erde. Hatte Propagandaminister Joseph Goebbels nicht gesagt: „Wenn wir abtreten, werden wir die Tür so ins Schloss schmeißen, dass noch ein Jahrhundert danach der Erdkreis erzittert.“? Viele warteten Jahre, ja Jahrzehnte auf ihre Väter, Söhne und Töchter, aber sie kehrten nicht mehr heim. Auch mein Vater starb in Sibirien auf der Heimfahrt nach Deutschland.
Was bleibt? Es gibt weiter Kriege!
Was bleibt? Wir erleben heute – 68 Jahre nach dem schrecklichen Kriegsende – in Europa eine Friedenszeit. Dennoch toben um uns herum große und kleine Kriege. Syrien, Mali, Zentralafrika, Afghanistan u. a. stehen uns vor Augen. Inzwischen mehren sich bei mir Zweifel, ob wir weltweit aus den Schrecken des Zweiten Weltkrieges etwas gelernt haben. Die Erinnerungen verblassen, die Überlebenden sterben aus. Am Ende bleibt mir nur die Hoffnung, dass der, der die Auferstehung und das Leben ist, der Friedefürst, uns gnädig sein möge.
(aus: idea Spektrum 12,2013)
Neue Presbyterien in Barkhausen

Am 5. Februar berief das Presbyterium der Ev. Kirchengemeinde Barkhausen Frau Anke Thienelt als Presbyterin und am 3. März wurde sie in dieses Amt in einem feierlichen Gottesdienst durch Pfarrerin Hüffmann eingeführt. Seit vielen Jahren arbeitet Frau Thienelt als ehrenamtliche Mitarbeiterin in der Kirchengemeinde. Schwerpunkt ihrer Arbeit war bisher der Kinderkirchenmorgen. Von Beginn an, also seit 15 Jahren, prägte sie diese Arbeit mit. Anke Thienelt ist verheiratet und hat drei Kinder.
Kardinal Jorge Mario Bergoglio ist neuer Papst

© epd-bild / Cristian Gennari
Kardinal Jorge Mario Bergoglio, Erzbischof von Buenos Aires, ist neuer Papst. Er zeigte sich am Mittwochabend (13.03.2013) auf dem Balkon des Petersdoms in Rom und spendete erstmals den Segen "Urbi et Orbi" (der Stadt und dem Erdkreis) (Foto). Der 76-jährige Argentinier ist der 266. Papst der Kirchengeschichte und wird den Namen Franziskus tragen. Er ist Nachfolger von Benedikt XVI., der am 11. Februar 2013 als erster Papst der Neuzeit aus Altersgründen seinen Rücktritt erklärt hatte.
Papstname Franziskus
Der neue Papst, der argentinische Kardinal Jorge Mario Bergoglio (76), nennt sich künftig Papst Franziskus . Er erinnert damit an Franz von Assisi (um 1181-1226), einen der meistverehrten Heiligen überhaupt. Franz von Assisi, auch als Franziskus bekannt, trug zu einer spirituellen Erneuerung der christlichen Botschaft im Mittelalter bei. Er gilt unter anderem als Anwalt der Armen. Franziskus predigte Zeit seines Lebens die Botschaft vom Ideal eines einfachen Lebens, der Liebe zu den Tieren und zur ganzen Schöpfung. Franz von Assisi wurde im 13. Jahrhundert heilig gesprochen.
Der Name eines Papstes gilt als Hinweis darauf, welche Themen der neue Pontifex in seinem Pontifikat besonders in den Mittelpunkt stellen will. So hatte Joseph Ratzinger mit seinem Papstnamen Benedikt XVI. an seinen Vorgänger Benedikt XV. erinnert. Dieser amtierte von 1914 bis 1922 und hatte im Ersten Weltkrieg zwischen den Fronten vermittelt.
Seit dem 6. Jahrhundert ist es bekannt, dass sich die Päpste einen eigenen Namen zulegen. So hieß Papst Johannes II. (533-535) ursprünglich Mercurius. Historiker nehmen an, das mit der Namensänderung in der Frühzeit der Kirche Päpste mit einem heidnisch klingenden Namen vermieden werden sollten. Die aus dem Ordensleben übernommene Praxis der Namensänderung wurde ab dem 11. Jahrhundert allgemein üblich. Bis auf die Päpste Hadrian und Marcellus aus dem 16. Jahrhundert haben Kirchengeschichtler zufolge alle anderen nachfolgenden Päpste ihre Namen geändert.
epd/GB
Baukirchmeister Friedhelm Grannemann nach 23 Jahren feierlich aus seinem Amt entlassen
Immer zuverlässig und kompetent
VON ROBERT KAUFFELD

Friedhelm Grannemann umgeben vom Presbyterium
Porta Westfalica-Barkhausen (rkm).
Presbyter Friedhelm Grannemann, der 23 Jahre für die Evangelische Kirchengemeinde Barkhausen als Baukirchmeister tätig war, wurde am Sonntag während des Gottesdienstes feierlich aus seinem Amt entlassen.
Das Pfarrerehepaar Dorothea und Bernd Hüffmann bedankte sich für seine vorbildliche, erfolgreiche Arbeit, die er zum Wohle der Kirchengemeinde geleistet hat und überreichte ihm zum Abschied ein Geschenk.
Als vor 23 Jahren der Presbyter Volkening seine Tätigkeit als Baukirchmeister aus beruflichen Gründen aufgeben musste, war es der damalige Pfarrer Reich, der den ihm gut bekannten Friedhelm Grannemann bat, das Amt zu übernehmen.
Dass er als gelernter Bauingenieur, der früher beim Finanzbauamt Bielefeld tätig gewesen war, eine gute Wahl war, sollte sich in den Folgejahren beweisen. In einem Rückblick auf diese Zeit berichtete Grannemann über seine vielfältigen Aufgaben, die er bei der Unterhaltung und Renovierung von acht Gebäuden der Kirchengemeinde leisten musste. Dazu gehören die Dorfkapelle, der Kindergarten, das Martin-Luther-Haus und natürlich die Kirche, die ihm umfangreiche Arbeiten bescherte, als sie rechtzeitig zur 100-Jahr-Feier im Jahre 1999 renoviert werden sollte. Die gesamte Elektrik war neu zu installieren, Putzschäden mussten beseitigt werden, ein neuer Anstrich im Innenraum war notwendig. Selbst die alten Bänke mussten bearbeitet werden, um sie gegen Wurmbefall zu schützen. Und Grannemann erinnert sich gern, dass bereits nach vier Monaten Bauzeit alles rechtzeitig zur großen Einweihungsfeier am 1. Advent fertig war. Und er ist besonders erfreut darüber, dass man damals den alten Kronleuchter, der wohl noch aus der Gründerzeit der Kirche stammt und den man vielleicht einmal als unmodern betrachtet und auf dem Kirchengewölbe abgelegt hatte, wieder hergerichtet hat, sodass er heute in der Mitte der Kirche über den Köpfen der Besucher hängt. Vieles war in und an den Gebäuden der Kirchengemeinde zu reparieren oder neu zu gestalten. So wurden in allen Gebäuden die Heizkessel ausgewechselt und im Martin-Luther-Haus die Toilettenanlage umfangreich renoviert. Alles Arbeiten, die notwendig waren und die Grannemann gern veranlasst hat.
Ärger über die Farbschmierereien
Doch darüber kann er sich ärgern: Die absichtlich zerstörten Fenster, die Farbschmierereien an der Kirche und die gestohlenen Regenfallrohre - Schäden von mehr als 10 000 Euro. Die Sicherung der neuen Fallrohre durch Gitter waren dann auch eine Maßnahme, die der Presbyter veranlassen musste.
"Friedhelm Grannemann prägte 23 Jahre lang die Arbeit der Kirchengemeinde mit, er war immer zuverlässig, kompetent in seinen Entscheidungen, wir sind ihm sehr dankbar für seine erfolgreiche Tätigkeit und die immer gute Zusammenarbeit", so Pfarrerin Dorothea und Pfarrer Bernd Hüffmann.
Zu einem Empfang im Martin-Luther-Haus trafen sich nach dem Gottesdienst mit ihm noch etwa 50 Freunde und Bekannte. Bei Kaffee und Kuchen und einem Glas Sekt konnten gemeinsame Erinnerungen ausgetauscht werden. Friedhelm Grannemann gibt aus Gesundheitsgründen seine Aufgaben ab. Die Presbyter Reinhard Dinnendahl und Wolfgang Brock werden gemeinsam diese Arbeit fortsetzen.
aus: Mindener Tageblatt, 21.2.2013
Publikum singt beim Finale mit
Begeisterndes Weihnachtskonzert des Jugendsingkreises
VON GISELA SCHWARZE
Porta Westfalica-Barkhausen (GS). Weihnachtlicher Wohlklang erfüllte am dritten Advent die Barkhauser Kirche und versetzte sogar Spaziergänger um das Kirchengelände in Feststimmung.

Bläser aus dem Posaunenchor Rothenuffeln-Haddenhausen sorgten in der Barkhauser Kirche von der Empore aus für kraftvolle Klänge. | Foto: Gisela Schwarze
Der Jugendsingkreis (JSK) Porta Westfalica hatte unter dem Motto "Licht leuchtet auf" zum Weihnachtskonzert eingeladen. Seine lange Tradition der Adventskonzerte setzte der JSK, geleitet von Annegret Rathert-Habbe und Nataly Olthoff, mit Chorgesang und Instrumentalmusik fort. Bläser aus dem Posaunenchor Rothenuffeln-Haddenhausen halfen, das vorweihnachtliche Flair musikalisch auszuschmücken.
Die andächtig lauschenden Zuhörer genossen jahrhundertealtes Liedgut, Weihnachts- choräle und Arrangements mit Flötenspiel. "Einige Lieder haben wir von Ursula Barthel dabei, die in Minden musikalisch wirkte und viel für den Kinderchor arrangierte. Mehrere dieser schönen alten Weisen haben wir hervorgeholt und eingeübt", erklärte Chorleiterin Annegret Rathert-Habbe. Zu den aufgefrischten musikalischen Vorträgen zählten der "Weihnachtsjubel", "Machet die Tore weit" oder "Die Hirten". Auch das aus England stammende "Lully lullay" wurde nach dem Satz der Mindener Musikerin dargeboten.
Den Konzertauftakt gaben im festlichen Ambiente der Kirche hoch oben von der Empore wohltönend die Bläser mit Christof Willibald Glucks "Hoch tut euch auf". Bis beim gemeinsamen Schlussstück "Tochter Zion" das gesamte Publikum mitsang, brillierte gemäß der Konzertüberschrift "Licht leuchtet auf" der Jugendsingkreis. Mit kräftigem Applaus bedachte das Publikum alle Mitwirkenden, denen eine vollendete Einstimmung auf das nahe Weihnachtsfest gelungen war. Das "Christmas Lullaby" und den anrührenden Beitrag "Carol of bells" nach dem Satz von Nataly Olthoff belohnten die Zuhörer mit besonders langem Beifall.
Aus: Mindener Tageblatt, 19.12.2012
Berührende Schlager des Barock-Repertoires
Gelungenes Zusammenspiel aus instrumentalen und geistlichen Werken / Kammerchor führt Händels "Messias" auf
VON CHRISTIAN HELMING
Porta Westfalica-Barkhausen (hel). Barockmusik zur Weihnachtszeit: Zu den unverbrüchlichen Klassikern des Repertoires gehören Bachs Weihnachtsoratorium und der "Messias" von Händel.

Mit einem harmonischen Zusammenspiel überzeugten Chor und Orchester unter der Leitung von Georg Kindt. | Foto: Helming
Letzteres Werk kombinierte der Kammerchor Porta Westfalica unter Leitung von Georg Kindt in Auszügen in der evangelischen Kirche Barkhausen auf etwas andere Art und Weise mit einem weiteren Schlager des Barock-Repertoires: dem als Weihnachtskonzert bekannt gewordenen "Concerto grosso" von Francesco Manfredini (1684-1762).
Flankiert von zwei Werken, in denen zwei Trompeten die Hauptrolle spielten: einem Concerto in D-Dur von Georg Philipp Telemann und der "Sonata a 7" D-Dur op. 3 Nr. 6 von William Topham. Lebendig die historisch informierte Artikulation des Kammerorchesters "La Rejouissance", authentisch die Spielweise der Solisten Daniel Reichert und Akio Ogawa-Müller auf ihren Barocktrompeten. Mit Telemanns Concerto setzten alle Beteiligten ein Achtungszeichen. Nur bei Manfredini schlichen sich wenige Ungenauigkeiten im Spiel der Streicher ein, die den guten Gesamteindruck aber kaum schmälerten.
Nach dem rund halbstündigen instrumentalen Vorspiel griff der Kammerchor Porta ins musikalische Geschehen ein. Nun kann man von einem rund 50-köpfigen Chor nur schwerlich eine idealtypische Interpretation barocker Musik erwarten. Insofern war dieses Konzert ein gelungenes Plädoyer dafür, Barockmusik nicht nur Spezialistenensembles zu überlassen, sondern auch durch die breite chormusikalische Basis aufzuführen.
Bestes Beispiel, wie Hingabe und Emphase eine Aufführung beflügeln können, war der Chor "For unto us a child is born" - einer der berührendsten Momente des Abends. Angeführt von Sopranen mit klarer, unangestrengter Höhe und sauberer Intonation gelang ein geradezu zärtlich-liebliches Zusammenspiel aller Chorstimmen und des Orchesters. Kritisch könnte gewürdigt werden, dass die Auszüge des in englischer Originalsprache gesungenen Werkes sich auf zwei Instrumentalsätze und fast alle Chöre der ersten beiden Teile beschränkte. Der aus außermusikalischen Gründen durchaus nachvollziehbare Verzicht auf Solisten führte jedoch zu Abstrichen in der musikdramatischen Struktur.
Vielleicht hätte eine andere Abfolge den Eindruck noch verstärken können. Dennoch wusste das Konzert im Zusammenspiel aus weltlich-instrumentalen und geistlich-oratorischen Inhalten zu gefallen. Wie auch das Publikum befand, das sich nach dem finalen Halleluja-Chor, der durch den Jugendchor des Städtischen Gymnasiums verstärkt wurde, zum Schlussapplaus erhob.
aus: Mindener Tageblatt, 12.12.2012
Barkhauser Weihnachtsmarkt: Umzug zur Kirche zahlt sich spürbar aus
Geschätzte 1000 Besucher auf dem Platz rund um das Gotteshaus
VON STEFAN LYRATH
Porta Westfalica-Barkhausen (Ly). Der Barkhauser Weihnachtsmarkt ist angekommen.
Ein Jahr nach dem Umzug vom Laubengang am Hotel "Kaiserhof" zum neuen Standort an der Kirche sind die Macher zufrieden.

Eine von fünf Gruppen: Sänger des Barkhauser Kirchenchores während der Adventsmusik im Gotteshaus. | Foto: Stefan Lyrath
"Beim ersten Mal war es bereits ganz gut", sagt Pfarrer Bernd Hüffmann. "Aber in diesem Jahr sind wir natürlich viel erfahrener." Mit anderen Worten: Die Zusammenarbeit zwischen Kirchengemeinde, Vereinen und Bezirksausschuss funktioniert.
Rund um das Gotteshaus hat der Weihnachtsmarkt ein besonderes Flair. "Diese Achse ist der ideale Platz", schwärmt Dirk Rahnenführer, Vorsitzender des Bezirksausschusses. "Das Ambiente ist herrlich."
Hinzu kommt: Als sich die Kirchentüren nach dem morgendlichen Gottesdienst öffnen, strömen an die 500 Menschen gleichzeitig aufs Gelände. Sie haben die Wahl zwischen etwa einem Dutzend Ständen. Schlagartig ist die Veranstaltung eröffnet.
Pfarrer Hüffmann schätzt, dass rund 1000 Besucher auf dem bisher vierten Weihnachtsmarkt unterwegs waren, verteilt über den ganzen Sonntag. "Das ist viel, wenn man mal guckt, was am 1. Advent alles los ist", meint er. Vor Feierabend macht ein zufriedener Dirk Rahnenführer noch die Abschlussrunde. Er bringt Zustimmung mit. "Trotz des schlechten Wetters war die Resonanz sehr positiv", fasst Rahnenführer zusammen. "Die Standbetreiber haben gute Umsätze gemacht."
Eine Expansion schließt der Chef des Ortsgremiums zwar nicht aus. Das ist jedoch kein Muss. Platz für mehr Stände wäre vorhanden. "Aber wenn der Markt so bleibt, ist es auch in Ordnung", sagt Rahnenführer. "Wir legen Wert darauf, nichts doppelt zu haben." Um Essen und Trinken kümmern sich die Vereine. Fest eingebunden sind auch Kindergarten und Grundschule. Für Kinder gibt es ein spezielles Programm mit Angeboten wie Schatzsuche.
Kunsthandwerkliches finden die Besucher im Konfirmationssaal, ein Adventscafé im Martin-Luther-Haus. Bei einer Adventsmusik in der Kirche treten aus Barkhausen Kirchenchor und Posaunenchor auf, außerdem Bläserkreis Dützen, Mindener Kirchenchor St. Jakobus sowie der Chor der Malche. Pfarrer Bernd Hüffmann hat´s gefallen auf dem Weihnachtsmarkt. Und die Stimmung? "Sehr entspannt und fröhlich." Heiligabend kann kommen.
aus: Mindener Tageblatt, 7.12.2012
